Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Behandelt wird in der TCM nicht eine Erkrankung, sondern die erkrankte Patientin. Hierfür wird die Patientin genau beobachtet, ihre Erscheinung und Bewegung sowie ihre Zunge wird angeschaut.

Im Zentrum der TCM steht die Energie bzw. Vitalität, das sogenannte „Qi“ eines Menschen. Als Ursache einer onkologischen Erkrankung werden v.a. Blockaden des Qi angesehen. Es werden Disharmonien aufgedeckt, die zu diesen Blockaden beitragen. Die TCM Therapien zielen darauf ab, die Disharmonien zu beseitigen und die Patientin zu kräftigen. 

Behandelt wird mit chinesischen Kräutern, Akupunktur, verschiedenen Massagetechniken, der Bewegungstherapie und einer ausgereiften Ernährungstherapie.

Zunehmend werden Therapien aus der TCM im Rahmen der Integrativen Onkologie in unsere westlichen Behandlungskonzepte integriert. Zu Recht wird allerdings eine wissenschaftliche Untersuchung der genannten Behandlungsmethoden gefordert, um deren Wirksamkeit zu prüfen und Risiken durch die Behandlung einschätzen zu können. So können bisher kaum Aussagen zu dem Wechselwirkungspotential von chinesischen Kräutern mit Chemotherapeutika getroffen werden. 

Durch Akupunkturbehandlungen können verschiedene Nebenwirkungen, die durch onkologische Behandlungen auftreten, gelindert werden. Es werden Akupunkturnadeln an vorgeschriebenen Punkten auf den sogenannten Meridianen am Körper platziert. 

Die Wirkungsweise der Akupunktur ist noch nicht vollständig geklärt. Akupunktur stimuliert die Ausschüttung von endogenen Opioiden (Substanz zur Schmerzlinderung). Es sind schmerzlindernde (analgetische) Effekte nachgewiesen. Belegt ist auch die Verbesserung von Chemotherapie induziertem und postoperativem Erbrechen bzw. Übelkeit durch die Akupunktur. 

So sind in Studien die Verbesserung bzw. Verringerung der Fatigue, die Angst- und Depressionsreduzierung und eine Steigerung der Lebensqualität nachgewiesen. 

Insgesamt gilt die Akupunktur als nebenwirkungsarmes Verfahren. Sie kann empfohlen werden, um postoperatives und Chemotherapie induziertes Erbrechen zu lindern. Ein Therapieversuch mit Akupunktur bei Hitzewallungen unter endokriner Therapie und Fatique ist gerechtfertigt.