Ernährung

Ein Großteil aller Krebsfälle steht im direkten Zusammenhang mit einer ungesunden Lebensweise. Man schätzt, dass ein Drittel der Krebserkrankungen durch falsche Ernährungsgewohnheiten ausgelöst werden.

Die Ernährung, körperliche Aktivität und das Körpergewicht sind begleitende Faktoren für das Krebserkrankungsrisiko und den Verlauf der Erkrankung. Diese 3 Faktoren sollten daher in der Prävention und Therapie berücksichtigt werden.

Gerade in Bezug auf die Ernährung herrscht bei Patientinnen oft Unsicherheit. In den Medien werden Krebsdiäten angepriesen als alternative Therapiemethoden. Keine dieser Diätformen ist nach den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin als wirksam einzustufen. Im Gegenteil - eine sehr einseitige Kost kann zu Mangelerscheinungen führen.

Hinsichtlich Ernährung gibt es keine Einheitsempfehlung. Jeder Mensch muss seine individuelle optimale Ernährungsform finden, die zu seinen Bedürfnissen passt.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Empfehlungen zu einer genussvollen und gesunderhaltenden Ernährungsweise zusammengestellt, die ebenfalls für Tumorpatienten gelten. Eine vollwertige Ernährung ist für das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden von Tumorpatienten während einer Krebstherapie besonders wichtig. Sie verbessert den Allgemeinzustand, die körperliche Abwehrkraft und die Lebensqualität der Patientin. Die Therapie und ihre Begleiterscheinungen werden so besser vertragen und der Heilungsprozess unterstützt.

Ein gesunder Lebensstil sollte in der Behandlung von Tumorpatientinnen obligater Bestandteil der Therapie sein. Dazu gehören neben einer gesunden Ernährung die körperliche Bewegung in der Natur, stressfreie Zeit zur Muße und soziale Kontakte.

 

10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu einer genussvollen und gesunderhaltenden Ernährungsweise

1. Vielseitig essen
Abwechslungsreiche Auswahl, geeignete Kombinationen und angemessene Menge nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel

2. Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln
Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Mindestens 30 g Ballaststoffe, v.a. aus Vollkornprodukten, werden täglich empfohlen. Eine hohe Zufuhr senkt das Risiko für verschiedene ernährungsbedingte Krankheiten.

3. Gemüse und Obst - nimm „5 am Tag“
Möglichst frisch, nur kurz gegart, oder auch 1 Portion als Saft zu sich nehmen, idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit zur Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

4. Täglich Milch und Milchprodukte; 1- bis 2-mal in der Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
Zur Versorgung mit z. B. Kalzium (Milch), Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren; Fleisch ist Lieferant von Mineralstoffen und Vitaminen. Mehr als 300-600 g Fleisch und Wurst pro Woche sollten es nicht sein. Zu bevorzugen sind fettarme Produkte.

5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
Fett liefert lebensnotwendige Fettsäuren, und fetthaltige Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine. Die Fettzufuhr sollte jedoch 30% der Gesamtenergiezufuhr (60-80 g/Tag) nicht übersteigen. Zu bevorzugen sind pflanzliche Öle und Fette. Auf unsichtbares Fett in Fleischerzeugnissen, Gebäck, Milchprodukten und Süßwaren sowie in Fast-Food- und Fertigprodukten ist zu achten.

6. Zucker und Salz in Maßen
Zucker und verschiedene Zuckerarten (z.B.Glukosesirup) nur in Maßen verzehren, kreativ mit Kräutern und Gewürzen anstatt mit Salz würzen, mit Jod und Fluorid angereichertes Salz ist sinnvoll.

7. Reichlich Flüssigkeit
Etwa 1,5 l Flüssigkeit jeden Tag, vorzugsweise Wasser und andere energiearme Getränke, alkoholische Getränke nur gelegentlich und in kleinen Mengen.

8. Schmackhaft und schonend zubereiten
Die jeweiligen Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen garen, soweit es geht nur kurz, mit wenig Wasser und mit wenig Fett.

9. Sich Zeit nehmen und genießen
Nicht nebenbei essen; Zeit beim Essen lassen.

10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
Ausgewogene Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport, mit dem richtigen Körpergewicht wird die Gesundheit gefördert.

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